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Chronik

Zum 100-jährigen Bestehen des Theatervereins

2010 feierte die Volksbühne Übersee-Feldwies, besser bekannt als Theaterverein, ihr 100-jähriges Bestehen. Theater spielten die Überseer allerdings schon bevor Kooperator Kottermaier 1910 den Verein gründete.  Auch der erste Weltkrieg konnte die alte Tradition zum Spielen nicht unterbrechen und nach Kriegsende war das Bedürfnis danach erst recht groß. Die Aufführungstermine verteilten sich damals über das ganze Jahr, denn die wichtigsten Besucher bildeten die Einheimischen, die Sommerfrischler waren noch rar. Erst später, in den Dreißiger Jahren sprach man von einer Bereicherung des „Veranstaltungskalenders“ für Gäste.

In den „goldenen Zwanziger Jahren“ füllte sich die Vereinskasse zusehends mit einem Überschuss, danach, in der Weltwirtschaftskrise, ging es umso mehr bergab.

Als der zweite Weltkrieg beendet war, begann sich nach langen Jahren der Unterbrechung auch das Theaterleben in Übersee wieder zu regen. Es waren die Zeitumstände, die dem kulturellen Leben auch auf dem Lande einen ungeahnten Aufschwung brachten, so dass sich der Theaterverein sogar an die Aufführung von Singspielen heranwagen konnte und sie mit großem Erfolg nicht nur in Übersee spielte.

Auch im heutigen Zeitalter verschiedenster Unterhaltungselektronik hat der Theaterverein nicht an Attraktivität verloren, was die über 30 aktiven Mitglieder und die Besucherzahlen beweisen. Jahrzehntelang bemühten sich Jakl Schupfner und Erika Gnadl darum, immer wieder neue Spieler zu aktivieren und zu begeistern. Seit Januar 2000 leitet Waltraud Gries die Geschicke des Vereins.

Die Tatsache, dass sich seit einigen Jahren eine sehr erfolgreiche Jugendgruppe im Verein etabliert hat und dass mittlerweile auch schon zwei Urenkel unseres Schupfner Jakl auf der Bühne stehen, macht deutlich, dass die Faszination am Theater durch die Generationen weiterlebt. Die 100-jährige Tradition des Theaterspielens, die Freude bei Alt und Jung, auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu unterhalten, hat in Übersee also ungebrochen Bestand. Unser Bestreben als Theaterverein ist es, mit dieser Begeisterung auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte unsere Zuschauer zu erfreuen.